Aphorismen

Kitsch kenne ich. Kunst kennt mich.

Wahre Freiheit hat keine Angst vor der Zukunft, weil sie weiß, dass es die noch nicht gibt.

Nostalgie ist passive Sterbehilfe.

Ich bin wertvoll für mich, weil ich aufgehört habe, mich selbst zu zerstören; denn ich will lebend sterben und nicht sterbend leben. Dafür liebe ich mich.

Wer Liebe gibt, hat nichts zu nehmen. Wer Liebe nimmt, hat nichts zu geben.

Unser Herz weiß mehr als wir. Aber wir müssen seine Sprache erst lernen.

Liebe ist blutiger Krieg, wenn sie mit Egoismus verwechselt wird.

Wahrheit ist immer das, was du fühlst, nicht das, was du fühlen willst.

Wenn ein Vogel mir in die Nase scheißt, rieche ich das Lachen wahrer Freiheit.

Hör auf, in deiner Fantasie etwas erkennen zu wollen – lass sie einfach nur sehen.

Das Wesen missverstandener Liebe – wer eine Frage nicht hört, muss auch nicht antworten.

Viele Kriege gäbe es nicht, wenn es keine Rachelust im Menschen geben würde – oder – ohne Rachelust im Menschen gäbe es keine Kriege – also hätte es nie einen ersten gegeben, weil es nie eine erste Rachelust gegeben hätte und damit auch keinen ersten Angriff.

Du kannst werden, was du bist, wenn du tust, was du für dich siehst.

Wahrheit ist das, was du nicht denken kannst, ohne es zuvor gefühlt zu haben.

Ich denke, was ich fühle, also bin ich.

Gäbe es tatsächlich Liebe unter den Menschen, hätten wir heute kein Rentenproblem.

Was soll ich noch sagen, wo alles gesagt scheint und jeder glaubt, alles zu wissen, und letztlich niemand mehr zuhört im allgemeinen Lärm vieler Worte? Ich lehne mich zurück in der Zeit und genieße heiter die Menschen bei dem, was sie tatsächlich tun. Das sagt mehr als das stete Aufschütten von Bergen aus wortreichen Lügen.

Enttäuschung – meine Erinnerung an dich ist ein Flugzeug, das wenige Minuten nach dem Start explodiert. Jeden Morgen nach dem Erwachen bewegt es sich auf die Rollbahn. Die Katastrophe erzählt meinem Vergessen, was es nicht vergessen kann. Und das Blut meiner Trauer färbt die Luft schon früh zum Abendrot.

Die Träume, an die du dich nicht erinnerst, erzählen den Träumen, die du nicht vergessen willst, die Träume, an die du dich nicht erinnern willst, die du aber nicht vergessen kannst.

Meine Tage sind wie die Tasten eines Klaviers. Jeder klingt anders. Und ich kann sie nicht spielen, weil ich erst weiß, wie ein Tag klingt, wenn er zu Ende ist. Deshalb bewundere ich die, die Klavierspielen können.

Ich liebe es manchmal, wenn die Menschen mich für einen Idioten halten. Dann habe ich meine Ruhe und bin darin tatsächlich frei.

Manchmal scheinen die Früchte des Glücks unerreichbar. Nicht für die Weisheit. Ihr grinsen zeigt, dass sie erfahren hat – wahres Glück kann niemand besitzen. Es ist die Luft zwischen uns.

Der Trinker ersäuft beim Träumen. Er kann nicht schwimmen im Leben.

Manchmal durchtobe ich das Labyrinth eines Gefühls in mir. Ich weiß nicht, wo es herkommt. Ich weiß nicht, was es will. Ich weiß nicht, wo es endet. Aber ich weiß, dass es da ist. Und es riecht nach dir.

Erst wenn ich ein bestimmtes Bedürfnis zu und an einem Menschen habe, wird dieser Mensch für mich interessant. Zuvor nehme ich ihn wahrscheinlich gar nicht wahr – was und wer er ist als Mensch. Befriedigung meiner Bedürfnisse – was steht darüber?