Blog zu Knunst in Lietartur und Fülm

Hier werde ich hin und wieder Beiträge veröffentlichen, wie ich zu Worten, Schreiben, Lietartur als Knunst, zum Dramatischen Schreiben, zu Fülm als Knunst etc stehe. Dazu auch Artikel über Dramaturgie, Wortbedeutung – kurz, alles, worüber ich für mein Schreiben und mein Dramatisieren nachdenke, werde ich hier versuchen zu illustrieren. Auch einzelne Stoffe, an denen ich arbeite, werde ich zerlegen, um zu verdeutlichen, weshalb der eine Stoff ein Buch und/oder der andere ein Fülm werden will.

Was ist Lietartur?
Was unterscheidet einen Text der Lietartur von einem der modernen Literatur?
Moderne Literatur ist Kitsch – Bestseller sind Kitsch, oder? Vorsicht vor Neid? Oder – klar Neid im Prodiktiven den Verstand?
Was sind die Unterschiede zwischen einem Dichter, einem Schriftsteller und einem Autor?
Ebenso zu Fülm – Fülm als Kunstform im Gegensatz zu Film?
Wie wird Fülm zu Kunst oder – Film als Gipfel des Kitsches wie Wagners Opern innerhalb der Musikkunst?
Die Gefahr der Versentimentalisierung ganzer Menschenmassen durch Film – was ist das tatsächlich Gefährliche daran – Traum und Wahrheit – die Wurzel des Fülms als Kunstform liegt genau hier – ist das Sentimentale der Untergang jeder Empathie?
Die Geburt der griechischen Tragödie als Antwort auf die Gefahr der zu intensiven Sentimentalität im Menschen?
Was trennt die Spreu vom Weizen? Das Wie, nicht das Was, oder?
Wie sollte ein moderner Roman sein, damit er als Lietartur die Kunstform Roman weiterentwickelt und nicht allein dem literarischen Mammon dient?
Dramatisches Schreiben in Film und Fülm und in einem modernen Roman als Kunstwerk oder Bestseller – ein Gegensatz?
Dramatisches Schreiben von den Erzählungen der Steinzeitmenschen am Lagerfeuer über die Dramatik der alten Griechen bis heute – warum funktioniert das Erzählen, um wirklich zu emotionalisieren, noch immer nach dem gleichen Muster?
Dramatisches Schreiben als Archetypus – Grundstruktur des menschlichen Vorstellungs- und Empfindungsvermögens – ein gute dramatische Struktur funktioniert für Emotionen wie ein Lichtschalter für Strom.
Anspruch? Wozu, ich will leben vom Schreiben, also muss ich unterhalten, was solls?
Schopenhauer und sein Gräuel gegen Autoren, die mit dem Schreiben Geld verdienen wollen. Aber warum nicht? Die Zeiten ändern sich, oder – Anpassung ist das Erfolgsprinzip der Evolution, auch Mainstream genannt.
Gegen den Strom – das beste Training für die Kraft des Geistes im Kampf gegen Alzheimer.
Und.
Und.
Und.

Ein Gedanke zu „Blog zu Knunst in Lietartur und Fülm“

  1. Dieses Essay illustriert kurz, worum es bei meinen Arbeiten im Prinzip immer geht:

    Zum Missverständnis zwischen Liebe und Liebe machen

    Der Untergang unserer Kultur auf der Erde ist nur zu verhindern, wenn „das Mensch“ sich ändert. Das weiß jede und jeder. Es gibt keine Alternative dazu. Was aber könnte zur Veränderung des menschlichen Verhaltens führen? Das Erkennen der Empathie und des Altruismus als unsere Fähigkeiten, gewaltlos zusammen leben zu können. Beides steckt als Gefühl in dem Wort LIEBE. Ich muss also für mich die Liebe neu definieren, was bedeutet, dass ich mich vom allgemein damit Verbundenen wegbewegen muss, weil das, was allgemein unter Liebe verstanden wird, den Untergang unserer Kultur offensichtlich nicht verhindern kann, sondern im Gegenteil fördert, weil es dem Irrsinn des Sentimentalen folgt.

    Auf der einen Seite glaubt das Tier Mensch zu wissen, was Liebe ist, auf der andern lässt es seine, vor allem wehrlosen Artgenossen einfach verhungern oder mordet sie eiskalt.

    Wie definiere ich nun für mich den Inhalt des Wortes LIEBE neu?

    Als erstes müssen Kriege verschwinden, ob zwischen Staaten bzw. Religionen oder innerhalb von Ehen bzw. so genannten Partnerschaften und/oder Beziehungen zwischen zwei menschlichen Existenzereignissen. Und führe ich das auf den Kern zurück, müssen die Kriege innerhalb nur einer Seele verschwinden. Dabei kann eine Neubetrachtung der „LIEBE“ an sich meiner Ansicht nach sehr hilfreich sein, weil ich Gewalt nur verhindern kann, wenn ich zu mir selbst nicht mehr gewalttätig bin.

    Doch gegenseitige Gewalt gehört seit der Steinzeit im Kampf Horde gegen Horde bzw. Oberhaupt gegen Untergebene innerhalb einer Sippe zur menschlichen Natur. Und so lange ganze Volkswirtschaften an Kriegen sehr gut mitverdienen, wird es mit der Verhinderung äußerst schwierig. Und so lange nicht mal ein Mensch darauf verzichten kann, unbedingt das Gewaltmonopol innerhalb einer Zweimenschbeziehung haben zu wollen, ist das mit den Trennungskriegen ähnlich. Wir brauchen also einen evolutionären Sprung im Genom des Menschenwesens, das dafür verantwortlich ist, was wir SEELE nennen. Und vor allem brauchen wir den sehr rasch bei jenen Menschen, die sich „Entscheidungsträger“ nennen, wenn wir zum Beispiel an den so genannten Klimawandel denken. Mal abgesehen davon, wie sehr dieses Wort „Entscheidungsträger“ einen Menschen tatsächlich entmenscht, was diese Menschen mit dieser Wortschöpfung kurioserweise selbst vollführt haben, scheint heute tatsächlich der Zeitpunkt für eine neue Qualität im Wesen des menschlichen Verhaltens gekommen zu sein, ob nun ganz oben oder ganz unten.

    Glaubt mir, manchmal halte ich mein naives Denken auch für lächerlich, dennoch kann ich nicht anders.

    Aber – ich beginne ganz oben – warum schlagen sich Idioten für andere Idioten immer noch die Köpfe ein? Weil Milliarden Menschen derart manipuliert werden, dass sie nur noch funktionieren, aber nicht mehr leben. Dass ihnen die Wahrhaftigkeit ihrer Gefühle ausgetrieben und ihr Sinnen allein auf die Befriedigung ihrer Triebe reduziert werden muss, um sie leichter beherrschen zu können, ist eine Tatsache, die jeder Machthaber oder jedes Machtsystem anwendet. Und auch die so genannte Demokratie ist ein Machtsystem von ganz oben und hat nichts mit einer so genannten Mitbestimmung von ganz unten heraus zu tun. Man denke dabei nur an den neuen Hauptbahnhof in Stuttgart. Oder, aktuelles Beispiel – der Bundeswirtschaftsminister befürwortet internationale Handelsverträge, die geheim aufgesetzt worden sind und ganz sicher nur dort die Kassen klingeln lassen, wo bereits jetzt ein ohrenbetäubender Lärm vor lauter Kassenklingelei herrscht. Nebenbei hat die Dreistigkeit, mit der die Menschenmassen zurzeit an der politischen Nase herumgeführt werden, einen Grad erreicht, der früher oder später implodieren wird. Und was das für eine Art von schwarzem Loch bedeutet, hatten wir in der Mitte des letzten Jahrhunderts bereits. Barbarei.

    Würde die LIEBE im Lebensereignis Mensch, so wie ich sie verstehe und wie sie Mohandas Karamchand Gandhi zum Beispiel vorgelebt hat, aber schon von Kindheit an gefördert, würden sich ja alle plötzlich mögen. Und die Machtkörper könnten ihnen nicht mehr ihren Willen aufoktroyieren, sie nicht mehr aufeinanderhetzen im Namen irgendwelchen Schwachsinns, weil „das Mensch“ wüsste, dass Macht nichts mit Liebe zu tun hat und es mit dem Morden nur einem Andern dient, nicht aber sich selbst. Doch was machen viele Eltern bereits? Sie bereiten den Boden der Verführbarkeit. Sie ficken und zeugen, ohne zu ahnen, was sie dem Leben damit antun, weil ihre Nachkommen für sie nur Objekte sind, die meistens in ihrem Egoismus stören und deshalb zu funktionieren haben, wie Vater und/oder Mutter es wollen, nicht wie das Kind es fühlt. Oder sie werden einfach allein gelassen. Leider können diese Eltern nicht anders handeln, weil sie gleiches Verhalten von ihren Eltern erfahren haben. Doch genau da klinken sich die Flötenspieler ein, weil sie die emotionalen Abgründe ihrer Ratten sehr gut kennen. Bestes Beispiel heute sind diese merkwürdigen Geistlosmenschen, die sich in einer Partei namens „Alternative für Deutschland“ zusammengefunden haben. Ich habe noch keinen einzigen brauchbaren Satz bei denen gefunden zu Themen wie Armut im Alter, Pleite der Rentenversicherung, Lohnsklaverei durch moderne Tagelöhnerjobs, Gewaltherrschaft der so genannten Demokratien durch Angst, Panikmache und Spionage bis ins Privateste des Privaten hinein oder gar Klimawandel. Natürlich habe ich auch bei den so genannten etablierten Parteien keinen brauchbaren Satz dazu gefunden, um aus dem Schlamassel der modernen Politikunfähigkeit herauszufinden. Aber genau das ist es ja. Was soll das dann für eine Alternative sein, wenn diese Partei so ist wie die andern – nichts als ein Haufen zeitgemäßer Rattenfänger?

    Fehlt es also an wirklicher LIEBE, um Kriege und Scheidungen zu verhindern? Ja.

    Allerdings glaubt fast jedes menschliche Existenzereignis heute zu wissen, was LIEBE tatsächlich ist. Die Sentimentalität der Moderne aber hat auch dieses Gefühl verwaschen, vorausgesetzt, dass es je eine wohlwollende Empfindung im Mensch gegeben hat, die über Zuneigung für eine notwendige Fortpflanzung hinausging. Warum scheitern viele Ehen und Beziehungen früher oder später? Weil sie aus „Liebe“ eingegangen werden, ohne dass die Beteiligten ahnen, was LIEBE bedeutet außer sich zu küssen, sich zu betatschen, schließlich zu ficken, zu arbeiten, zusammen zu essen, eine Höhle zu bauen, Kinder zu zeugen, weiter zu arbeiten und gemeinsam zu essen und fernzusehen und sich später anzukotzen, weil da irgendwas verlorengegangen zu sein scheint. Vielleicht war es nie da?

    Für mich bekäme ein Satz des US-amerikanischen Dichters Carl Sandburg, den er ein junges Mädchen ganz naiv in einem seiner Bücher sagen lässt, mit wahrer Liebe endlich einen erfahrbaren und nicht nur intellektuellen Inhalt – stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.

    Doch was das Kind als Baby nicht schon erfahren hat, kann es auch nicht mehr lernen, außer es hat sich den Samen für Menschlichkeit, wie ich sie verstehe, bewahrt in einer harten Schale. Der kann späterhin noch immer zur Fruchtung geweckt werden. Durch empathisches und altruistisches Vorexistieren.

    Das Baby fühlt. Es kann noch nicht denken, aber – aus Gefühl wird Erfahrung. Aus Erfahrung wird Denken. Aus Denken mit Fühlen wird Handeln. Nicht umgekehrt. Was also wird aus einem Baby, das schon früh keine Liebe erfahren hat? Ganz sicher kein empathischer Mensch. Und wenn es weiterhin durch die Gewalt seiner Umgebung, den finanziellen und modeindustriellen Druck verhaltensmäßig erzogen wird – was wird dann aus ihm? Vielleicht bald der neue Präsident der USA? Als Beispiel zum Beispiel. Allerdings nehme ich an, dass dieser Mann ein absolut mitfühlunfähiger Mensch ist, auch in Unkenntnis seiner Kindheit. Aber wenn ich seine Reden lese und sein Verhalten studiere und dabei vor allem seine Augen beobachte, dann komme ich zu keinem anderen Schluss. Ein Borderliner. Der arme Kerl. So ein lausiges, empathieloses Dasein wie seines will ich nicht geschenkt haben. Der wird mal sterben, ohne überhaupt eine gefühlte Ahnung davon gehabt zu haben, was Leben tatsächlich alles beinhalten kann außer tiefe innere Ängste vor der eigenen Fühlunfähigkeit, die zu seinem eisigen, krankhaft narzisstischen Machtempfinden geführt haben.

    Da ein liebevolles Miteinander unter Menschen aber nicht befohlen werden kann, sondern von innen heraus, also in jedem einzelnen Lebenskörper Mensch erst als Bedürfnis entstehen muss, konzentriert sich der Verfasser dieser Schwachsinnigkeiten hier genau darauf – auf den Irrtum zwischen LIEBE und LIEBE MACHEN bzw. LIEBE BESITZEN ZU WOLLEN, um sich selbst bewusst zu werden, woran es zwischen den einzelnen materiellen Lebensformen „Mensch“ hapert. Und immer daran denken – würden sich die Menschen wirklich lieben, gäbe es keine Kriege und keine Scheidungen bzw. Trennungen mehr. Und wenn es die nicht mehr gäbe, gäbe es natürlich die Sachen, die dazu führen, auch nicht mehr. Und alle Psychologen und Psychiater wären arbeitslos.

    Nun zum genannten Irrtum. Drei Punkte existieren für mich, die der moderne Geschlechtskörper „das Mensch“ mit Liebe verwechselt:

    1. Die Angst vor dem Alleinsein – das Mensch ist ein soziales Wesen. Das Alleinsein gehört nicht zu seiner Natur. Horden- und Sippendasein war schon immer seine Lebensstruktur. Deshalb ist es ständig auf der Suche nach einem „Lebenspartner“ oder sogar einer so genannten „Familie“. Je nach Geschlechtsempfindung sucht Mann eine Frau oder umgekehrt oder Mann sucht Mann oder Frau sucht Frau. Oder alles durcheinander. Ist ein Lebensereignis gefunden, das JA sagt und mit mir zusammen ficken will, sei es auch nur für eine Nacht, kommen eventuell diese sentimentalen Gefühle des „Verliebtseins“, der Befriedigung, des Sicherheitsbedürfnisses, der Dankbarkeit ins Spiel – und die Angst, wieder allein zu sein, wenn das Andere geht. Können sich die Beteiligten „riechen“, dauert das Nebenher eben länger und wird zur Gewohnheit. Aber es ist keine Liebe, was sie zusammenleben lässt, sondern allein die Furcht davor, sich einsam zu fühlen. Dafür werden sogar gehörige Makel des Andern akzeptiert oder ignoriert, wie jeder oder jede will, bzw. sie werden erst gar nicht wahrgenommen oder gefühlt, da Liebe ja bekanntlich blind machen soll. Allerdings, wenn Liebe blind macht, wie will ich als liebender Mensch dann wahrnehmen, ob der oder die Andere neben mir tatsächlich der oder die Richtige ist? Da beißt sich was in den Schwanz, oder, allgemeingültiger, in den Hintern. Zu diesen, aus Angst vor dem Alleinsein akzeptierten Makeln gehören auch das schamentleerte Scheißen und Furzen vor dem andern Lebensmenschen, was durchaus Zuwendungsbereitschaft töten kann – nicht der Akt des Scheißens und Stinkens und Furzens an sich, den kann ich manchmal nicht verhindern, sondern das verlorene Schamgefühl dabei, was für Respektlosigkeit spricht. Und was ich nicht respektiere, das liebe ich doch nicht, oder?
    Kindern nehme ich das alles keineswegs übel, auch Rülpsen und Popeln nicht. Weil sie damit noch spielen. Ich könnte auch einen Essay darüber schreiben, ob Erwachsene, die das alles sogar noch vor anderen Erwachsenen tun, tatsächlich schon erwachsen sind.

    2. Der Fortpflanzungstrieb – jedes Lebewesen existiert, um Nachwuchs zu erschaffen und für nichts sonst, auch das Mensch. Das treibt die Erscheinungsformen menschlicher Existenz ständig aufeinander zu, auch wenn diese vom gleichen Geschlecht sind und es allein um das Orgasmieren geht. Arterhaltung ist der einzige Sinn des Daseins. Die Natur schenkt uns dafür ein mehr oder weniger beglückendes Empfinden, das sich entweder auf den unteren Teil des Körpers beschränkt oder sich überall in uns ausbreitet, und das geschieht sogar bis in ein fortpflanzungsunfähiges Alter hinein. Aber das hat nichts mit Liebe zu tun. Keineswegs. Es ist allein der natürliche Trieb unserer Daseinsberechtigung und Folge des Austausches von Körperflüssigkeiten mit nachfolgendem Glücksgefühl, wenn’s gut war, oder zumindest einer leisen Befriedigung. Es findet allerdings allein seine Ursache im Selbsterhaltungstrieb aller Naturenergie und stellt letztlich nichts anderes dar als die Bezahlung für Punkt 1. Mehr nicht, wie die gegenseitige Seelenvergewaltigung Vieler zeigt, die in so genannten Partnerschaften existieren und sich gegenseitig terrorisieren. Klappt es mit dem Ficken nicht mehr, hat die hier so genannte Liebe ein Problem. Warum? Weil das, was zwischen den beiden Lebenskörpern ist und nun ein Problem hat, nichts von wirklicher Liebe enthält, sondern nur Fortpflanzungsmechanismus darstellt, der befriedigt werden will. Ja, gibt es Schwierigkeiten beim entspannten „Liebemachen“, wird sich meist ein anderes Körperwesen zum Ficken gesucht. Eine mögliche Trennung vom entfickten Vorgänger steht noch unter Vorbehalt von Punkt 1 natürlich.

    3. Die Gebrauchsfähigkeit des Andern – ist das andere Mensch an meiner Seite für mich von Nutzen über Punkt 1 und 2 hinaus? Ist es hörig? Können wir zum Beispiel auch gemeinsam ein Haus bauen, so wie ich es will, eine Wohnung einrichten, so wie ich sie will, einen Urlaub planen, so wie ich ihn will, und das alles finanzieren, so wie ich es will, oder für die Kinder sorgen, so wie ich es will, beziehungsweise über die Wichtigkeiten und Unwichtigkeiten des Alltags reden, so wie ich es will – erfüllt das Andere auch weitere Nutzungsaufgaben meines Hierseins? Schließlich geht es ebenfalls um meine Rente und damit um meine Sicherheit im Alter. Verdient es genug Geld für mich? Macht es zudem noch, was ich will, oder denkt es nur an sich? Achtet es noch auf meine kleinen Egoismen oder nur auf seine eigenen? Und schon achtet jeder nur auf seine, weil diese Gedanken beidseitig sind, getrennt voneinander, und die Sache ist erledigt.

    Die Einschätzung der Gebrauchsfähigkeit geschieht natürlich unter intensiver Berücksichtigung der Punkte 1 und 2, stellt allerdings alle weiteren Lebensbereiche dar, in denen die Punkte 1 und 2 nicht sonderlich von Bedeutung sind.

    Ist einer dieser Punkte im oder besteht zwischen einem oder mehreren Punkten ein Ungleichgewicht, wird das Gefühl hinterfragt, das viele Menschen mit „LIEBE“ verwechseln. Und hier ist es wie bei jeder chemischen Reaktion, die aus dem Gleichklang gependelt ist – sie reagiert irgendwann nicht mehr.

    Hapert es zum Beispiel an der Gebrauchsfähigkeit des Andern, was zumeist als Erstes der Fall ist vor der Beendigung einer so genannten Beziehung, denn wenn es zum Beispiel mit dem Ficken nicht mehr funktioniert, aber genug Geld vom andern noch vorhanden ist, schiebe ich den Fickfrust in den Schatten meines Fühlens, oder ich hole mir beim Ficken selbst einen runter, um dem andern vorzugaukeln, dass mein Orgasmus von ihm herbeigeführt worden sei, hapert es also am Punkt 3, stellt sich die Frage, warum ich noch mit dem andern Mensch Fortpflanzung tun soll, wenn dieser Akt der Öffnung eigentlich nicht mehr von Nutzen für mich ist – sei es durch Schulden, Arbeitslosigkeit, ungezügeltes Geldausgeben, mangelnder Hörigkeit, Fettleibigkeit mit einhergehenden unangenehmen Gerüchen oder weil das andere Mensch einfach nicht mehr tut, was ich will, oder wie auch immer. Fällt die Befriedigung des Nutzens nicht mehr ausreichend befriedigend aus, ist auch die körperliche Befriedigung ohne Anreiz, da die fleischliche Bezahlung ebenso mangelhaft ist durch die mangelhafte Brauchbarkeit meines bis dato ach so geliebten Menschen. Was hat wirklich noch einen Nutzen, wenn es keinen mehr hat – für mich? Und das Gegenüber denkt genauso. Allerdings steht einer Trennung noch Punkt 1 im Weg.

    Umgekehrt verhält es sich ähnlich mit einem Ungleichgewicht in Punkt 2. Macht das Ficken keinen Spaß mehr, hinterfrage ich mich, zu welchem andern Nutzen das Mensch neben mir noch taugt. Befriedigt es tatsächlich meine anderen Bedürfnisse unter Punkt 3 noch ausreichend? Wenn ja, kann ich ja über das Versagen im Bett noch hinwegsehen. Wenn nein, na ja, dann …

    Auch hier wird die Sentimentalität „Liebe“ stark bezweifelt. Doch eine Trennung verhindert wiederum Punkt 1 noch sehr heftig. Deshalb wird sich ein anderer Lebenskörper in Form der von mir bevorzugten, materialisierten menschlichen Daseinsart gesucht, der die Nutzungsfähigkeit wieder befriedigt und damit auch in Punkt 2 zum Favoriten gekürt wird, bevor die endliche Loslösung (Punkt 1 – wer ist schon gern allein, auch wenn er den Andern nicht mehr ausstehen kann) vom bisherigen Lebensmenschen und damit seine Erniedrigung und Verwerflichkeit und Nutzlosigkeit diesem mitgeteilt wird mit dem hasserfühlenden Hinweis höchster sentimentaler Verachtung – du musst mich verstehen, ich muss dich jetzt auf die Straße werfen, weil ich mit „das Andere“ ficke, ich muss auch mal an mich denken, bitte, wir sind doch erwachsene Menschen, du musst mich verstehen, wir können ja noch Freunde bleiben, oder?

    Ein kurzes Essay über den Zusammenhang von wahrer Freundschaft und wahrer Liebe folgt noch. An dieser Stelle aber beginnt das Spiel innerhalb meines Punktesystems von vorn. Zumindest auf einer Seite hat es schon wieder begonnen.

    Aber da vor allem Punkt 1 in jedem Menschenkörper von sehr starker Wirkung ist, kann sich dieser Prozess der Verhunzung und Entwürdigung über Jahre hinziehen und im Einklang gehen mit mehreren Versuchen, fremd zu ficken, um sich im System voranzutasten, also mit dem totalen Gefühlsbetrug.

    Und da Punkt 1 ja in jedem zweibeinigen Lebewesen ungefähr gleichstark wirkt, bleibt das mithin verstoßene Existenzereignis wahrscheinlich auch nicht lange allein und beschreitet den Weg der Selbsttäuschung, des Selbstbetruges und des Gefühlsbetruges am Andern sofort erneut. Und alles ist auch hier auf Anfang.
    Es sei denn, das verstoßene Mensch ist in einem fortgeschrittenen Alter, alkoholkrank, arbeitsloser Sozialhilfeempfänger, ein so genannter Pflegefall o.Ä. und es mangelt ihm deshalb an Geld, Sicherheit und allgemein an materieller Ausstrahlung, was heutzutage wirklich existenzielle Fakten gegen das Alleinsein und für die Bezahlung von Punkt 2 und 3 sind außerhalb der so genannten inneren Werte. Das nun alleinseiende Mensch ist also nicht lukrativ genug, um ein anderes Mensch an sich zu binden.

    Natürlich wird das von der herrschenden Sentimentalität nicht so einfach akzeptiert, weil es auf Millionen Leinwänden aller Lichtspielhäuser der Welt, auf Millionen gedruckten Papierseiten in Form von Büchern, in Fernsehmagazinen, in Texten so genannter Schlager und anderer populärer Musik schon fast in pornografisch zerstörter Form des Gefühls der Liebe als solches etc. anders dargestellt wird mit der Aussage – es gehe um die inneren Werte – bleibt die Frage, welche das sind? Die unter Punkt 1 oder 2 oder 3?

    Doch der Fluch des Sentimentalen als Feigenblatt des Selbstbetrugs zu glauben, dass ich als menschenartiges Existenzereignis wisse, was wirklich Liebe sei, diese aber mit Angst, Egoismus und der natürlichen Pflicht zur Fortpflanzung verwechsle, stellt die einzige Wahrheit des Menschen zu seinen Beziehungen innerhalb der Lebensstruktur anderer Existenzereignisse gleicher Art im Zeitalter der Moderne dar. Und daraus wachsen Hass und Verachtung, Krieg und Flucht, Feindbilder und große Macht in wenigen Händen. Und die Angst vor allem Fremden natürlich auch, weil sie in mein Revier einbrechen.

    Nur kurz dazu. Diese Angst liegt in der Natur der Sache. Welches andere Tier duldet das Eindringen eines Fremden in sein Revier? Öffnet ein Löwe seinen Harem einfach so einem Andern? Oder öffnet eine Ameise das riesige Reich einfach so einem andern Ameisenstamm? Von Menschen aber, die niemals wahre Liebe empfangen haben, wird verlangt, das Fremde im eigenen Revier zu dulden. Natürlich klappt das nicht ohne Raufereien.
    Aber es könnte sogar friedlich ablaufen, denn wir sind eigentlich Tiere, denen Gefühle manchmal auch bewusst werden können in der Art, dass ich mich innerhalb eines Empfindungshaufens steuern kann, wenn ich weiß, was wirklich gut und/oder böse ist, ohne dabei allein egoistisch zu reagieren. Wir können empathisch sein, altruistisch – wenn wir selbst als Baby erfahren haben, was diese Eigenschaftsworte für Eigenschaftsverhalten bedeuten. Von heute auf morgen Mitgefühl zu erzwingen, vor allem in materiellen Lebenskörpern, die nicht wissen, was wahre Liebe ist, grenzt an sofortige Einlieferung in die Psychiatrie, wenn ich nicht wüsste, dass Menschen dieses Mitgefühl verlangen, die selbst keins haben, sondern nur dessen inhaltlose Maske tragen. Wenn das GUTE tatsächlich alles politische Trachten von Parlamenten und Staatsoberhäuptern etc. wäre, müssten wir uns dann noch über Kriege, Hunger, die radikale Ausbeutung Afrikas durch Wassermonopolisten, die Vernichtung unserer grünen Lungen, kurz über alles unterhalten, was dazu beiträgt, unsere Kultur auf der Erde zu vernichten? Die Heuchelei ist eine Grundeigenschaft der weitverbreiteten Auffassung von LIEBE und, natürlich, Politik. W.z.b.w.

    Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der ewigen Wiederholung.

    Und das Mensch, das noch immer so lebt, hat den Energiestrom der Natur verlassen und arbeitet an der steten Selbstvernichtung und Zerstörung des Andern neben sich und lebt eigentlich nur nach Punkt 1, 2 und 3. Würde es sonst, blind vor Liebe, das zerstören, worin seine Wurzeln liegen? Wer zerstört schon das Grab seiner Eltern, außer die Mitarbeiter des Friedhofes im Auftrag der Stadtverwaltung, wenn die Liegezeit abgelaufen ist? Aber da wären wir schon wieder beim Anfang.
    Also – was beinhaltet nun für das Mensch, das diesen Unsinn hier verfasst hat, die Buchstabenverbindung „Liebe“?
    Wenn es das wüsste und nicht bei dem Versuch, es sich zu erklären, ständig über sich selbst lachen müsste, könnte es das auch mit Bestimmtheit sagen. Es weiß nur, dass es anders ist, als weithin angenommen wird, weil es anders sein muss, da es sonst weiterhin nur zu Zerstörung und Tod führt. Damit wäre Liebe ja was Böses, oder?
    Aber es versucht, eine Antwort zu geben, weil es, banal gesagt, außerordentlich einseitig, schulmeisterlich, blödsinnig und langweilig ist, allein so zu schimpfen und zu nörgeln und zu blasphemieren, ohne Alternativen aufzuzeigen.

    Übrigens – eine wirkliche Alternative, um die leeren Rentenkassen aufzufüllen und die Lebensarbeitszeit eines verkrüppelten, menschlichen Lebewesens nicht stetig zu verlängern, wäre, von einer Maschine, die einen Menschenarbeitsplatz ersetzt, Beiträge zur Rentenkasse zu verlangen. Warum nicht? Sie beraubt der Rentenkasse ja mindestens einen Beitragszahler.

    Aber zurück – Liebe ist für mich, einfach das Gegenteil von Punkt 1, 2 und 3 zu leben … wenn das wiederum emotional ebenso einfach wäre wie nach diesen drei Punkten weiter zu existieren.
    Ich versuche aber, mehr zu sagen. Liebe ist für mich Erhalt des Lebens ohne Egoismus. Jede Erscheinungsform natürlicher Lebensenergie, ob nun organisch oder anorganisch, hat den gleichen Wert wie jede andere auch. Alles, was existiert, hat das gleiche Recht auf sein Leben. Und so auch jeder Mensch. Warum aber gibt es Kriege und Scheidungsanwälte? Alles eine Frage der Freiheit im Verwirrspiel allein zweier Egoismen, zum Beispiel.

    Meine Freiheit hat Grenzen, in denen ich ein Gleichgewicht zu den Freiheitsgrenzen des Andern suchen kann und muss. Fühlt das Andere ebenso, brauchen wir uns nicht mehr darum zu schlagen, wo die Grenzen eigentlich sein müssten. Respekt und Gleichberechtigung. Ja. Kennt jeder. Aber allein zu wissen, was in diesen Worten steckt, bedeutet ja nicht, diesen Inhalt auch zu leben. Mit mehr gegenseitiger Rücksicht und mehr Respekt würden sich weniger Nachbarn streiten, ob nun innerhalb eines Mietshauses, einer Einfamilienhaussiedlung oder zwischen Staaten und Religionen.
    Oder wie ein alter Rabbi mal sagte auf die Frage eines Schülers, was ein gutes, gläubiges Leben sei – jeder kennt diese Antwort – niemand etwas anzutun, was du nicht willst, dass es dir angetan wird. Allerdings weiß ich nie genau, was der andere will, was ihm angetan werden kann und was nicht.

    Gegen meine Auffassung wahrer Liebe aber spricht natürlich das Grundgesetz der Evolution – das Starke setzt sich durch. Das Schwache hat keine Chance. Damit meine ich – das, was sich am besten an Notwendigkeiten seiner Umgebung angepasst hat, um zu überleben und überlebensfähige Nachkommen zu zeugen, ist das Starke. Und was sich am besten an mein Punktesystem angepasst hat, überlebt schmerzfreier, als das Lebewesen, das sich dem entziehen will, weil mein Punktesystem für mich allgemeingültiger ist als der Kampf dagegen. Aber wir sind auch Menschen. Wir können unser Bewusstsein auch für andere nutzen, ohne uns unbedingt an der Schwäche des Andern zu bereichern, ohne gefühlsdummen Machtgelüsten nachzugeben, wenn wir uns des Bewusstseins wirklich bewusst sind, dass der Andere auch ein Bewusstsein hat und dass dieses respektiert werden muss wie mein eigenes. Das wäre eine wahrhaftige Evolution unseres Geistes – hin zu Empathie und Altruismus. Wir haben doch bereits Worte für diese Gefühle, also existieren diese Empfindungen. Und das ist Liebe. Alles andere ist Punkt 1 und Punkt 2 und Punkt 3 und kann von jedem Beamten im Finanzamt erklärt werden, wenn man ihm diese Punkte als Gesetzesblätter vorlegen würde – ohne diese Menschen zu diskreditieren, die in den Ämtern arbeiten, aber sie existieren ja leider noch immer innerhalb meines Punktesystems wie Milliarden andere auch.

    Wirkliche Freiheit bedeutet aber – ich kann wählen und damit meine Handlungen bewusst bestimmen, insoweit ich meiner Bewusstheit auch bewusst und damit für mich selbst verantwortlich bin. Und ich kann die Freiheit eines Andern ebenso respektieren wie die meine, wenn ich auf gleicher Ebene des Gefühls die Grenzen des Andern anerkenne wie er die meinen. So werden auch die meinen vom Andern anerkannt, wenn er sich bewusst ist, ebenso ein Bewusstsein von Freiheit und Gleichberechtigung zu haben wie ich.
    Dafür braucht kein Mensch einen gestaltlosen Glauben an etwas, das nicht existiert. Dafür braucht jedes Mensch nur sein ICH im Verhältnis zum ICH eines Andern bewusst zu erleben.

    Und die Saat wird im Fühlen des neugeborenen Babys gelegt. Eigentlich schon während der Schwangerschaft, weil das ungeborene Leben das mitempfinden muss, was seine Mutter innerhalb und außerhalb ihres Leibes empfinden muss.

    Alles, was ich tue und was nicht, bin ich, ist mein Wille, ist meine Seele. Und mein ICH hat kein Recht, ein anderes zu unterdrücken, zu demütigen, zu verletzen. Und wenn das andere ICH auf dieser Ebene im Gleichgewicht fühlt, dann nähern wir uns dem an, was ich als Narr unter LIEBE verstehe. Ist das zu viel verlangt? Zu utopisch ja, es widerspricht der Natur der Evolution. Aber die Quantitäten an Wahrheiten, die gegen meine Auffassung von Liebe sprechen und in Jahrtausenden des Daseins aller Existenzereignisse Mensch zu Wahrheiten dagegen geworden sind, könnten doch irgendwann zu einer neuen Qualität führen, wenn sie endlich als zerstörend erkannt würden? Zu einem evolutionären Sprung? Einer Mutation unserer Seelen? Ich meine – warum nicht? Wäre doch auch ein Akt der Evolution – das Starke ist die ubiquitäre Einsicht der notwendigen Rettung unserer Kultur auf diesem Planeten gegen die Schwäche, die Erde weiterhin schamlos auszubeuten und uns damit selbst zu vernichten. Und zu diesem Sprung bedarf es nur wenig – Respekt und Gleichberechtigung, Empathie und Altruismus, wenn das wenig ist.

    Die Anpassung an notwendige Naturgegebenheiten führt zur Änderung eines Merkmals. Und heute ist für mich der evolutionäre Druck für solch eine Merkmalsveränderung unseres Verhaltens mehr als hoch, wenn wir ehrlich wollen, dass „das Mensch“ überlebt. Ändern wir uns nicht, vernichten wir uns. Andererseits könnte es auch möglich sein, dass wir uns vernichten müssen, um etwas Neuem endlich Platz zu machen.

    Das, was ich hier meine, hört sich tatsächlich naiv an. Und unter Naivität verstehe ich unvoreingenommenes, unschuldiges Herangehen an, sagen wir, philosophische Grundfragen des Daseins. Aber – was ist, wenn ich von einem noch unbewusst lebenden Existenzereignis Mensch angegriffen werde? Ich muss mich gegen dieses demütigende, unterdrückende, emotional dumme ICH wehren, um nicht selbst zerstört zu werden. Der einzige Schutz für mich dagegen bedeutet Einsamkeit. Führt Einsamkeit aber zu einem evolutionären Sprung?

    Wegen dieses unlösbaren Teufelskreises aber werden früher oder später keine materiellen Existenzereignisse des Typs „Mensch“ mehr auf dem Planeten existieren, was auch von Vorteil wäre für alles andere, das lebt. Denn alles, was existiert außerhalb unserer Seelen, wird sich erholen von unserer Schande und weiterlieben, auch ohne uns.
    Um bis dahin frei und in Liebe überleben zu können, halte ich mich an ein Sprichwort alter, sehr wahrscheinlich daoistischer Chinesen – stehst du vor einem zweiköpfigen Schwein, dann halt den Mund. Vielleicht hätte ich es hier auch tun sollen, aber ich stehe im Augenblick nur vor mir und sehe nur einen einköpfigen Spinner, der Tagträumen folgt. Also rede ich weiter.

    Ist also LIEBE tatsächlich nichts anderes als EHRLICHKEIT ohne SELBSTBETRUG – Grundvoraussetzung für FREIHEIT im gleichzeitigen UNFREISEIN innerhalb des Systems aus Punkt 1, Punkt 2 und Punkt 3?

    Ist also Liebe nicht die reine Naturenergie selbst, die gestalten will im gleichzeitigen Vergehen? Die nicht zerstört, ohne gleichzeitig zu erschaffen? Die gewährt und gleichzeitig … jetzt wird es interessant … nicht gewährt, da selbst unter den Bäumen im Urwald Krieg um den besten Platz zum Licht herrscht? Ist also Liebe ohne Gewalt überhaupt möglich? Ich glaube – für mich als vielleicht bewussten Menschen – ja. Weil ich beides kann – zeugen und töten. Ich kann mich aber entscheiden, was ich wirklich will und was auch für den Andern hilfreich ist, um lieben zu können.
    Und da haben wir es. Ich als fühlendes und denkendes Lebensereignis habe die Möglichkeit, LIEBE, wie ich sie verstehe, tatsächlich zu WOLLEN. Ich kenne und fühle den Inhalt der Worte Respekt und Gleichberechtigung, weil er mich aus meinen triebvollen Instinkten erhebt, wenn ich in ihm und nicht unter diesen bzw. durch diese Instinkte existiere. In wohlwollender Anerkennung des anderen ICH, das ebenso fühlt und denkt wie ich. Ohne meinem Drang, besitzen und beherrschen zu wollen, nachzugeben. Aber – wer gibt freiwillig etwas von sich, ohne nicht erst etwas haben zu wollen, außer die masochistisch veranlagte Seele? Ich stehe innerhalb des Systems menschlicher Gefühle nicht an der Kasse eines Supermarktes, oder doch?

    Und gibt es tatsächlich etwas Wertvolleres als respektvolle Liebe ohne diktatorisches Verlangen? Macht nicht erst die Abwesenheit von Unterdrückung und Leid wirklich glücklich? Abgesehen von den Seelen natürlich, die Unterdrückung und Leid Anderer lieben, aber die, wie gesagt, sind ja leider durch Abwesenheit wahrer Liebe schon derart emotional verkrüppelt, dass sie Glücklichsein mit dem gleichsetzen, was sie bis dahin erfahren haben, nämlich mit ihrer emotionalen Verkrüppelung, weil sie keine andern Gefühle kennen.

    Und – liebreizende Utopie – stellen wir uns bewusste Menschen vor, die ebenfalls diese Bewusstheit in den Lebensereignissen neben sich akzeptieren – wäre diese Horde aus Menschen und Menschinnen dann noch für schwachsinniges Morden zu gebrauchen? Wer also will, dass ich nicht liebe, um der LIEBE willen, sondern nur funktioniere, wie es die MACHT verlangt? Und diese Macht besteht leider aus wirklich emotional dummen, empathiefreien Menschen, die alles tun, um sich das Gefühl der Macht zu erhalten. Nicht mehr, nicht weniger. Das zeigen ihre Taten. Und mehr noch zeigen sie in dem, was sie nicht tun, das, was sie wirklich wollen.
    Sie wollen andere Menschen entweder unterwürfig betteln oder leiden sehen, um die emotionale Leere, die sie in sich tragen, genau damit zu füllen. Sie fühlen nichts, die wahrhaft Bösen. Sie zwingen andere Menschen zu Gefühlen, um zu sehen, wie sich das anfühlen könnte. Aber da sie dabei auch nichts fühlen, morden und machten sie einfach weiter.

    Doch welches Kind, das später so leben müsste, um Liebe als Geschenk des Erschaffens, nicht als Mittel der Zerstörung zu leben, erfährt von Geburt an Ähnliches? Welches Baby erlebt wirklich dieses Liebesgefühl in einem Alter, in dem es über das Fühlen seiner Umwelt lernt und sein Denken danach bildet? Welches Denken und Verhalten sollte in ihm entstehen, wenn es nur Gewalt und Lüge erfährt? Wie viele schon emotional verhunzte Seelen in jungen Lebenskörpern finden wir allein in Berlin? Und wie viele davon haben Eltern, die nichts anderes als Kind auch erfahren haben?

    Bleibt die tatsächlich einzig existentielle Frage zum Schluss für das Mensch als soziales Wesen – kann ich die Angst in Punkt 1 überwinden? Das wäre die notwendige Voraussetzung für Freiheit und Liebe, wie ich sie erfühle. Freiheit von Punkt 2 und 3, um wahre Liebe erst zu ermöglichen, weil ich dabei keine Angst mehr vorm Alleinsein haben dürfte.

    Natürlich kann ich diese Angst überwinden, indem ich erkenne, was Liebe wirklich ist und was nicht, weil es dann nichts mehr gibt, wovor ich Angst haben müsste, wenn ich allein bin.
    Beobachtungen meines Verhaltens im Verhältnis zu anderen Lebensereignissen aus „Mensch“ neben mir haben mich zu diesen gefühlten Gedanken geführt.

    Folglich lebe ich allein, weil ich nur dann wirklich frei bin und wirklich lieben kann, auch wenn das Alleinsein zur Evolution der menschlichen Seele nicht taugt und ich mich stets darin, wenn ich die Nähe zu anderen materiellen Lebensereignissen der Sorte „Mensch“ suche, irre – an diese Stelle gehört endlich ein intensiver Dank an die Pornoindustrie als meine einzig legitime Verhaltensreaktion auf die Punkte 2 und 3 … oder auch auf Punkt 1? Sehr wahrscheinlich ja, weil ich ja selbst in meinem Punktesystem verankert bin, mich immer wieder darin verliere und eine Dummheit nach der andern begehe, weil ich mich ja ebenfalls nach diesem System verhalte, weil ich selbst ja nichts als ein normaler Mensch bin. Oft sehe ich nach dem Erwachen einen dummen Klopskopf im Spiegel, der einerseits glaubt, etwas über menschliches Verhalten erfahren zu haben, andererseits aber nicht anders kann, als sich genau so zu verhalten. Besitze ich tatsächlich die Fähigkeit, mir über den Raum meiner Bewusstheit und dessen Grenzen wirklich ständig bewusst zu sein, oder lebe ich nur darin, wie ich es eben kann und gleichzeitig nicht kann, weil ich mich wohlfühlen und nicht ständig an Selbsttötung denken will? Welchen Wert hat es also, sich darüber Gedanken zu machen? Eigentlich nur einen speziellen für mich, um die Anzahl meiner Dummheiten zu begrenzen und die Empfindung nicht völlig zu verlieren, die das Wort „Scham“ für mich beinhaltet. Sigmund Freud war der Meinung, dass mit dem Verlust des Schamgefühls vor sich selbst die Neurose beginnt. Und die steht vor der Psychose usw.

    Ohne Worte gäbe es weniger Lügen. Das, was wir fühlen, ist ehrlicher als das, was wir sagen. Aber wer lehrt mich, meinem Gefühl zu trauen, wenn alles um mich herum nur von Gefühlen redet, aber ohne Mitgefühl lebt, und von mir verlangt, mehr zu denken als zu fühlen?

    Um zum Schluss aller Esoterik vorzubeugen – Liebe bedeutet für mich Respekt, Gleichberechtigung, Empathie und Altruismus im realen Dasein. Ich träume nicht von einem „guten“ Menschen irgendwo in Sphären, die einerseits existieren, gehe ich vom unsichtbaren Energiestrom aller Natur aus, und gleichzeitig nicht existieren, weil die alltägliche Realität mir beweist, dass sie nicht existieren sondern allein menschliches Handeln und dessen Folgen, welche immer die auch sind. Ich versuche, empathisch und altruistisch zu leben. Mehr nicht. Und auch nicht weniger.

    Übrigens hat eine Studie 2013 (Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen) erwiesen, dass Deutschland das kinderfeindlichste Land unter den 10 an der Studie beteiligten europäischen Ländern ist. Dänemark stand da ganz oben. Und eine weitere Studie 2009 (der britischen Psychologen Daniel Nettle und Thomas Pollet, Evolutionspsychologen von der Newcastle University) hat gezeigt, dass Frauen bei Männern, die finanziell abgesichert sind, mehr Orgasmen erleben als bei andern (eine geschlechterumgekehrte Studie würde nichts anderes herausfinden, liebe Menschinnen, da bin ich mir sicher).

    ps
    Unbezwingbar ist das Mensch, das sich selbst bezwungen hat. Und gewaltlos ist das Mensch, das gegen sich selbst keine Gewalt mehr ausübt, weil es sich bezwungen hat.

    pps
    Gutes Bier und guter Tabak geben mir mehr als jedes meiner Worte. Schreiben ist dingliche Eitelkeit. Allerdings kann ich mich weder gegen die Worte noch gegen meine Verzweiflung danach wehren. Außer mit Bier und Tabak. Nur die Liebe eines Freundes versteht das wirklich.

    ppps
    Eine Utopie ist noch ohne Wahrheit. Sobald sie wahr werden will, verliert sie ihren Zauber und wird zur Diktatur, weil sie so werden will, wie sie ohne Gestalt als Idee war. Doch sie scheitert daran, dass es ebenso viele Wahrheiten wie Menschen gibt. Das ist so in der Politik, in der Liebe und im Urlaub. Das Flugzeug ist wahr geworden, aber es ist Diktatur zum Beispiel gegen Umwelt, Zeit, Gehör und Angst.

    pppps
    Je öfter ich diesen Text lese und bearbeite, umso mehr wächst meine Überzeugung, dass „das Mensch“ zu einem evolutionären Sprung seiner Seele nicht fähig ist, weil ich selbst ja, der glaubt, den Ansatz für eine Lösung unserer Zukunftsprobleme gefunden zu haben, derart im Netz meiner Unfähigkeit, mich selbst völlig zu besiegen, verstrickt bin. Da es schon immer so war, wie es heute zwischen den Menschen ist, wird es nie anders sein. Allerdings gönne ich mir das Vergnügen, anders sein zu wollen. Das macht mich glücklich. Und das wiederum ist auch eine Menge wert innerhalb meiner Freiheit.

    Dazu das letzte Kapitel des Daudedsching von Laudse in einer Übersetzung, die mir vorliegt, weil es mich zu diesem Essay inspiriert hat:

    wahre worte sind nicht schön
    schöne worte sind nicht wahr

    dem guten fehlt die glatte zunge
    glattzüngige sind nicht gut

    wissende sind nicht gelehrt
    gelehrte sind nicht wissend

    der weise speichert nicht für sich
    und da er andern dient
    wächst sein besitz
    und da er andern gibt
    so mehrt er sich

    das Dau des himmels:
    nutzen ohne schaden

    das Dau des weisen:
    handeln ohne streit

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